Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Seeschlacht.tk - Die Seekriege, Seeschlachten und Duelle auf See von 1775 bis 1815


REVELL-Bausatz der USS CONSTITUTION Maßstab 1 : 96

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Konteradmiral Sir Edward Thomas Troubridge

* Um 1787 - 7. Oktober 1852 †

Kurzbiographie

Edward Troubridge wurde um 1787 als Sohn des später sehr populären Royal Navy-Kapitäns Thomas Troubridge und dessen Frau Frances Richardson geboren.
1797 ging er erstmals an Bord eines Kriegsschiffes der Royal Navy und wurde an Bord des Schiffes seines Vaters, der CULLODEN (74 - Thomas Troubridge), Zeuge der Seeschlacht vor Kap St. Vincent, die am 22. Februar 1797 stattfand. Von Januar 1797 bis 1799 taucht Troubridge aber als Freiwilliger in den Büchern der CAMBRIDGE (80) auf. Dieses alte Linienschiff lag seit 1793 als guard ship in Plymouth, war also nicht mehr für den Seedienst gedacht. Troubridge wird dort selten, wenn überhaupt, an Bord gewesen sein. Um eine Offizierslaufbahn einzuschlagen, musste ein junger Seemann in der Royal Navy zuvor aber eine bestimmte Zeit an Bord eines Kriegsschiffes nachweisen können, weswegen es bei Offiziersanwärtern mit guten Beziehungen üblich war, sie pro forma in eine Schiffsliste einzutragen.
1801 war Edward Troubridge Fähnrich an Bord des Linienschiffs EDGAR (74 - George Murray) und kämpfte in der Seeschlacht vor Kopenhagen am 2. April 1801. Wieder gibt es hier einen scheinbar durch Schiffsbücher belegten Widerspruch, denn Troubridge steht seit Januar 1801 als Fähnrich in den Büchern der ACHILLE (74 - George Murray). Doch im selben Monat tauschte Kapitän Edward Buller von der EDGAR mit Kapitän Murray von der ACHILLE das Kommando. Murray nahm dann seinen Protegee Troubridge offensichtlich mit an Bord der EDGAR - der Bürokratie der Royal Navy dieser Zeit kann man halt nicht vollkommen trauen.
Nach einem Zwischenspiel als Fähnrich an Bord der LEANDER (50) im Jahre 1802 findet man Troubridge von Juli 1803 bis August 1804 an Bord der VICTORY (100 - Vizeadmiral Lord Horatio Nelson). Danach absolvierte der Fähnrich als diensttuender Leutnant noch einige Monate an Bord der Fregatte NARCISSUS (32 - Ross Donelly), bis seine Beförderung zum Leutnant 1805 bestätigt wurde.
Edward Troubridge begleitete nach seiner Beförderung seinen Vater, welcher inzwischen zum Konteradmiral und erblichen Baronet aufgestiegen war, zum Kommandoantritt in den Indischen Ozean. Durch seinen Vater wurde Edward Troubridge 1806 zum Commander befördert und avancierte zum Kommandanten der Sloop HARRIER (18). Unter Führung von Kapitän Charles Edward Elphinstone von der GREYHOUND (32) bewährte sich Troubridge mit seiner Sloop auf einer Kreuz zu den Molukken und in der Java-See, die am Ende in einer kleinen, aber erfolgreichen Seeschlacht gegen holländische Schiffe vor Celebes am 25. Juli 1806 gipfelte, bei der die Briten u.a. die feindliche Fregatte PALLAS (36) erobern konnten (Siehe zu der kursiv gedruckten Passage hier).

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Konteradmiral Sir Thomas Troubridge kaufte daraufhin die Prise, machte seinen Sohn zum Kommandanten der PALLAS und beförderte den gerade Zwanzigjährigen damit zum Kapitän, was 1807 von der britischen Admiralität bestätigt wurde. Wie die Söhne von Thomas Troubridges Gegenspieler Edward Pellew profitierte Edward Troubridge also klar von der Protektion seines Vaters, ohne die er vermutlich während der napoleonischen Kriege kaum in diesen Rang gelangt wäre.
Ebenfalls 1807, im Februar, verschwand das Flaggschiff von Thomas Troubridge, die BLENHEIM (74), spurlos im Indischen Ozean. Edward Troubridge, inzwischen Kapitän der GREYHOUND (32), machte sich auf die Suche nach seinem Vater, erreichte aber im September 1807 das Kap der Guten Hoffnung, ohne eine veritable Spur der BLENHEIM zu finden.
Durch den Tod seines Vaters erbte Edward Troubridge die Baronetswürde und durfte sich fortan Sir Edward Troubridge nennen.
1808 kehrte er nach England zurück. Im August 1810 heiratete Troubridge Ann Cochrane, älteste Tochter von Admiral Alexander Inglis Cochrane. Das Paar sollte zwei Töchter und zwei Söhne haben.
Am 5. Februar 1813 erhielt Troubridge das Kommando über die Fregatte ARMIDE (38), die alsbald in der Krieg gegen die USA eingreifen sollte. Im Mai 1813 erreichte die Fregatte ihre Station und zusammen mit der ENDYMION (44) verzeichnete sie am 15. und am 17. August ihre ersten Erfolge: Nacheinander fingen die Briten die amerikanischen Privatiers bzw. Kaperschiffe HERALD (17) und INVINCIBLE (16).
Im Dezember 1814 gehörte die ARMIDE (38) als Flaggschiff zum Geschwader von Troubridges Schwiegervater, Vizeadmiral Alexander Cochrane, welches im Mississippi-Delta die Landung der Briten vorbereiten sollte. Boote der ARMIDE waren an der siegreichen Kanonenboot-Schlacht auf dem Lake Borgne am 14. Dezember 1814 beteiligt. Nach der Landung der britischen Truppen hatte Edward Troubridge das Kommando über die britische Marine-Brigade an Land. Nach der britischen Niederlage vor New Orleans am 8. Januar 1815 wurde die Brigade aber wieder eingebootet und die ARMIDE kehrte im Februar 1815 nach England zurück, wo Troubridge im Mai des Jahres das Kommando abgab.
Danach war Troubridge offenbar für annähernd 15 Jahre inaktiv, bis er am 15. April 1831 Kommandant der STAG (46) und bis Oktober 1832 Oberkommandierender in Cork wurde. Gleichzeitig begann er als Abgeordneter für Sandwich (bis 1847) eine politische Karriere. Am 30. Juni 1831 wurde er der Marine-Adjutant von König William IV, später auch bei Königin Victoria. Von 1835 bis 1841 war er einer der Lords der Admiralität (Marineministerium).
Im Juli 1838 wurde Sir Edward Troubridge Mitglied des Bath-Ordens (CB). Am 23. November 1841 erreichte er den Rang eines Konteradmirals.
Konteradmiral Sir Edward Troubridge verstarb am 7. Oktober 1852.


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